Veröffentlicht am: 05.01.2010

Erfahrungsbericht Focusrite Liquid Saffire 56

Da ich nun schon ein paar Monate mit dem Teil aufnahmen mache möchte ich euch die Ergebnisse und meine Ansicht nicht vorenthalten. Das FF Liquid Saffire 56 ist auf Anhieb erkennbar ein recht flexibeles Gerät, viele Anschlüsse und viele Routingmöglichkeiten.

Ich benutze das Gerät zum Beispiel angeschlossen an mein Fireface 800. Den Sync bekommt es über eine ADAT-Leitung über die ich mir auch die Signale des Liquid in das Fireface hole. Das funktioniert alles prima! Die Software ist einfach zu bedienen und es gibt zumindest bei mir unter osx keine bugs oder vergleichbare Probleme.

Ok – gehen wir auf das ein, was uns alle interessiert(und mich eigentlich auch fast ausschließlich):
Die Liquid-Preamps

Ich hab mir das Teil für 650,- irgendwo im Internet geschossen, Versandrückläufer oder sowas, und auch eigentlich nur wegen besagter Preamps. „Ich bin ja eigetlich durch den Neve Dual Mic Line Channel verwöhnt was die Preamps betrifft, aber ein wenig mehr Charakter könnte es dann ab und zu schon mal sein.“ Das dachte ich mir kurz vor der Anschaffung, und ich muss sagen, das mich der Bericht über das Teil im Studio Magazin nochmals deutlich pro-kaufen beeinflusst hat.

Die erste Frage die ich von allen immer als erstes gestellt bekomme ist: „Sag mal, die Liquid Preamps, klingt das wirklich alles soo..ähm..?“

Und ich sag dann immer: „Ja genau so ist es! Wie in der Werbung beschrieben.“

Denn: Es ist echt verblüffend wie sich die verschiedenen Preamp-Typen verhalten. Gerade auch in punkto Dynamik! Wenn man hört das Faltungs-Algorithmen mit im Spiel sind mag man das auf anhieb so gar nicht für möglich halten.

Ich hatte damals in der SAE einen Liquid der ersten Generation ausprobiert, ich muss sagen, dass diese hier (mittlerweile sollen es wohl die Liquids der 3ten Generation sein) weeeesentlich detailreicher klingen.

Die Röhrenvorstufe klingt auch wie eine – mit dem Pegel analog aufkommendes Klirr(schön) umsäuselt die Ohren, dies ist natürlich nicht für alle Anwendungen zu empfehlen. Überhaupt bringen die Modelle schon jeder seinen eigenen Charakter mit.

Ich bin super zufrieden, vor allem angesichts des Preises.

Dumm ist nun, dass man soviele Modelle zur Auswahl hat (auch noch mit dem Harmonics Regler rumspielt), dass man sich theoretisch bei jeder Spur die man damit aufnimmt aufschreiben muss mit was sie aufgenommen wurde. Ich hab eine Spur später ausbessern müssen, und das Modell mit dazugehöriger Harmonics-Einstellung nicht gefunden, das Klang nicht so toll(weil der Charakter gleich n ganz anderer war).

2 Mankos des Gerätes gibt es noch:

Gänzlich fehlende Pegelfestigkeit. Will meinen – klar es ist ein digital verarbeitendes Gerät, aber wenn es schon analoge Vorbilder simuliert, sollte es ein paar dBu mehr am Eingang aushalten ohne direkt Digitales Clipping zu verursachen, somit muss man die Dose immer super sanft aussteuern, damit man genug Headroom hat. Zum Vergleich: das Neve Teil steckt locker +32dBu weg ohne Zerr…

und 2tens die China-Regler. Wie schon im Studio-Magazin beschrieben passiert an den eh schon sehr fragil anmutenden Plastik Drehgebern auf den ersten par metern nix wirklich interessantes, um dann einige nanometer vor ende der Skala die gesamte Verstärkung zu regeln. Arghh! Wer hat das Teil designt ? So entscheiden manchmal gefühlte 0.1 mm über leben und tod einer Aufnahme(das ist wegen dem Manko 1 natürlich auch schlimm!) Also lieber noch leiser Pegeln!

Aber für mich alles in allem eine Sinnvolle Anschaffung!

Wer noch gar kein Interface hat kann hier bestimmt einen Schnapp machen.

Ach so, ein 2ter Monitor am PC wäre sicherlich sinnvoll, weil die Software auch schon einiges an Parametern etc. zur Ansicht bereitstellt.

Grüsse

David