Veröffentlicht am: 22.04.2009

Mikrofonauswahl für Gesang – RE20 ein Erfahrungsbericht

In den letzten Wochen habe ich etwas tolles herausgefunden. Bei der Aufnahme für ein paar Guide Vocals habe ich ein EV RE20 hingestellt und an den Neve-Preamp angeschlossen. Dabei hab ich versehentlich den Gain etwas weit aufgedreht (da wenig Zeit war, dachte ich für Guides allemal ok.). Uns gefiel der Sound der Vocals schon die ganze Zeit sehr gut, wir waren aber eher mit der Arbeit beschäftigt die Vocals tight einzusingen.

Jetzt, nachdem ich mit etwas Abstand die Vocals höre und bearbeite, fällt mir auf, das diese extrem gut klingen! Der Sänger ist eine Rock-Röhre, typischer Natur. Das Mic/Preamp-Gespann passt einfach perfekt zu dieser Art Musik.

zu meinen Einstellungen:

Vorteile:

  • „fett“ klingende tonale Abbildung jedoch wenig mumpf.
  • Keine überzeichneten Zischlaute, daher kein Deesser notwendig.
  • Natürlicher Klang selbst bei hoher Kompression

Nachteile:

  • nicht so gute Tiefenabbildung (man hört nicht in die Tiefe der Dynamik)

Vor dem RE20 in ca. 1-2cm Entfernung schon den Poppschutz, dann auch direkt davor einsingen, d.h. den Nahbesprechungseffekt noch mitnehmen. Dafür am Neve-Preamp(AMEK DMCL) Locut bei 80Hz. Der Gain muss hier so eingestellt werden, dass der Input im durchschnitt +20dB Pegel bekommt, dies ist eigentlich das schwierigste und man ist auf seine Ohren angewiesen, da die Input-Anzeigen nur bis +10dB gehen. Aber sobald man den Richtigen Pegel erreicht hat hört man das, es wird ein wenig druckvoller und minimal mehr Klirr, wa dem Signal Charakter gibt.

Nun noch Kompressor drauf, ansetzen bei +5dB, 2,8:1. Attack und Release dem Musikmaterial anpassen.

Klingt super!

 

Grüsse

David Buballa